Die Frage kommt vor fast jedem Pferdeshooting:
„Was soll ich bloß anziehen?“
Und plötzlich steht man vor dem Kleiderschrank, hält drei Blusen, zwei Hosen und einen Pullover in der Hand – und ist fest davon überzeugt, überhaupt nichts Passendes zu besitzen.
Dabei muss dein Outfit weder neu noch besonders teuer sein. Viel wichtiger ist, dass es zu dir, deinem Pferd, der Location und der Jahreszeit passt.
Du solltest dich darin wohlfühlen, dich gut bewegen können und dich auf den Bildern später auch wirklich wiedererkennen.
Mit ein paar einfachen Regeln wird die Outfitwahl deutlich leichter.
Dein Outfit soll nach dir aussehen
Zieh nichts an, in dem du dich verkleidet fühlst.
Wenn du sonst nie Kleider trägst, musst du für dein Pferdeshooting nicht plötzlich in einem langen Rock über die Wiese schweben. Und wenn du normalerweise sportlich unterwegs bist, darf das auch auf deinen Bildern zu sehen sein.
Dein Outfit darf etwas besonderer sein als im Alltag. Es sollte aber immer noch zu dir passen.
Lieber eine gut sitzende Jeans mit einer schönen Bluse als ein auffälliges Outfit, an dem du während des gesamten Shootings herumzupfen musst.
Achte außerdem darauf, dass du dich gut bewegen kannst. Beim Pferdeshooting stehst du nicht nur still neben deinem Pferd. Du gehst, kuschelst, hältst das Halfter, setzt dich vielleicht ins Gras oder steigst für einige Bilder auf.
Probiere dein Outfit deshalb vorher einmal komplett an. Setz dich hin, heb die Arme, geh ein paar Schritte und schau, ob etwas rutscht oder spannt.
Du sollst dich später auf den Bildern wiedererkennen – nur besonders schön. Nicht wie deine unbekannte Cousine dritten Grades.
Haare, Make-up und Fingernägel
Zum Gesamtbild gehören auch Haare, Make-up und Hände. Sie sind auf vielen Bildern genauso zu sehen wie Hose, Bluse und Schuhe.
Haare
Trag deine Haare so, wie du dich wohlfühlst.
Eine aufwendige Frisur, die ständig auseinanderfällt, kann schnell lästig werden. Besonders bei Wind lohnt es sich, eine Bürste, ein Haargummi und ein paar Haarnadeln dabeizuhaben.
Du musst vorher nicht extra zum Friseur gehen. Große Experimente am Abend vor dem Shooting würde ich allerdings vermeiden. Der spontane Pony kann großartig werden – oder ein kleines persönliches Drama.
Make-up
Auch beim Make-up gilt: Bleib bei dir.
Wenn du dich im Alltag kaum schminkst, musst du für das Shooting keine komplett neue Person aus dir machen. Ein leichter Ausgleich des Teints und etwas Betonung der Augen reichen oft vollkommen aus.
Sehr glänzende Produkte können bei Sonne schnell auffallen. Etwas Puder, Lippenpflege oder Lippenstift zum Auffrischen sind deshalb praktisch.
Fingernägel
Deine Hände sind beim Pferdeshooting erstaunlich oft im Bild.
Du streichelst dein Pferd, hältst das Halfter, greifst in die Mähne oder legst deine Hand an seinen Hals. Deshalb sollten die Nägel sauber und gepflegt sein.
Natürliche Nägel, Nude-Töne oder ruhige Farben funktionieren besonders gut. Abgeplatzter, leuchtender Nagellack kann dagegen auf jedem zweiten Bild fröhlich winken.
Du brauchst keinen dreistündigen Besuch im Beauty-Salon. Gepflegt und passend zu dir reicht völlig aus.
Welcher Look passt zu dir?
Ein Pferdeshooting kann natürlich, sportlich oder elegant gestaltet werden.
Welcher Stil am besten passt, hängt von dir, deinem Pferd und den gewünschten Bildern ab.
Natürlich
Der natürliche Look ist unkompliziert und zeitlos.
Dazu passen zum Beispiel:
- eine gut sitzende Jeans
- eine schlichte Bluse
- ein Strickpullover oder Cardigan
- eine Weste
- Boots oder Stiefeletten
Besonders schön wirken ruhige Farben wie Beige, Braun, Dunkelgrün, Rost oder gedecktes Blau.
Dieser Stil eignet sich gut für Bilder auf der Koppel, im Wald, auf Feldwegen oder bei einem Spaziergang mit deinem Pferd.
Natürlich bedeutet allerdings nicht, dass du einfach die alte Stalljacke mit den Leckerlikrümeln in der Tasche anziehst. Locker darf es sein – aber trotzdem bewusst ausgewählt.
Sportlich
Ein sportlicher Look passt besonders gut zu Reitbildern und Bewegungsaufnahmen.
Geeignet sind:
- eine gut sitzende Reithose
- ein schlichtes Shirt oder Poloshirt
- ein Pullover oder eine Weste
- saubere Reitstiefel oder Stiefeletten
Große Logos, starke Aufdrucke und zu viele verschiedene Farben lenken schnell ab.
Auch Schabracke, Bandagen oder Gamaschen sollten sauber und farblich auf dein Outfit abgestimmt sein.
Der Look darf nach Reitsport aussehen. Er muss nur nicht gleichzeitig eine Modenschau für sämtliche Reitsportmarken eröffnen.
Elegant
Ein eleganter Look wirkt auf Bildern häufig besonders ruhig und edel.
Dazu passen:
- ein langes Kleid
- ein schlichter Rock
- eine hochwertige Bluse
- ein Blazer oder Mantel
- eines meiner Shootingkleider
Feste Boots oder Stiefeletten können auch zu einem Kleid sehr schön aussehen. Du musst also nicht mit hohen Absätzen durch die Wiese wackeln und hoffen, dass niemand zusieht.
Wichtig ist, dass Kleid oder Rock genug Bewegungsfreiheit lassen.
Elegant bedeutet nicht automatisch märchenhaft oder verkleidet. Auch eine schöne Bluse mit Jeans kann sehr edel wirken.



Welche Farben eignen sich?
Farben können dich und dein Pferd wunderbar hervorheben – oder dafür sorgen, dass alles miteinander verschwimmt.
Besonders gut funktionieren meist ruhige und natürliche Töne:
- Creme
- Beige
- Braun
- Rost
- Bordeaux
- Dunkelgrün
- Altrosa
- Senfgelb
- gedecktes Blau
- Grau
- dunkles Lila
Auch kräftigere Farben können schön aussehen, wenn sie bewusst gewählt sind.
Zwei bis drei aufeinander abgestimmte Töne reichen meistens völlig aus. Sonst wird aus dem Pferdeshooting schnell eine kleine Farbkonferenz ohne Sitzordnung.
Outfit und Fellfarbe abstimmen
Nicht jede Farbe wirkt bei jedem Pferd gleich.
Bei einem dunklen Pferd kann ein komplett schwarzes Outfit schnell verschwinden. Bei einem hellen Schimmel können Weiß oder Creme dafür sorgen, dass kaum noch ein Unterschied zwischen dir und deinem Pferd zu sehen ist.
Zu einem Fuchs passen häufig Grün-, Blau- und Naturtöne besonders gut.
Bei einem Schecken oder Appaloosa ist das Fell bereits auffällig. Hier wirken ruhige und einfarbige Kleidungsstücke häufig besser als wilde Muster.
Ein leichter Kontrast ist fast immer eine gute Wahl. Du sollst schließlich neben deinem Pferd zu sehen sein – und nicht darin verschwinden wie ein gut getarnter Stallgeist.

Auch die Location spielt eine Rolle
Neben der Fellfarbe sollte die Umgebung bei der Outfitwahl berücksichtigt werden.
In einer grünen Sommerwiese kann ein komplett grünes Outfit schnell untergehen. An einer dunklen Waldlocation darf die Kleidung dagegen ruhig etwas heller sein.
Im Herbst passen Rost, Bordeaux, Senf oder Dunkelgrün besonders gut. Auf einer hellen Sandfläche wirken warme Naturtöne, Blau oder dunkles Grün sehr schön.
Die Farbe sollte also zu drei Dingen passen:
zu dir, zu deinem Pferd und zur Location.
Das passende Outfit für jede Jahreszeit
Dein Outfit sollte nicht nur schön aussehen, es sollte auch zum Wetter passen.
Wer im Sommer im dicken Strickpullover schwitzt oder im Winter im dünnen Kleid friert, schaut irgendwann nicht mehr entspannt, sondern nur noch tapfer.
Frühling
Gut geeignet sind:
- Bluse
- Cardigan oder leichte Strickjacke
- Jeans
- schlichtes Kleid
- Boots oder Stiefeletten
Dazu passen Farben wie Altrosa, Salbeigrün, Beige, helles Blau oder sanftes Lila.
Da der Frühling beim Wetter gerne seine eigene kleine Show abzieht, ist eine zusätzliche Jacke sinnvoll.
Sommer
Im Sommer eignen sich:
- ein leichtes Kleid
- eine lockere Bluse
- ein schlichtes Shirt
- ein langer Rock
- eine leichte Stoffhose
- Boots, Stiefeletten oder feste Schuhe
Sehr dünne Stoffe können durchsichtig sein oder stark knittern. Probiere dein Outfit deshalb vorher bei Tageslicht an.
Herbst
Der Herbst ist für Pferdeshootings natürlich ein kleiner Angeber.
Weiches Licht, kräftige Farben – und plötzlich sieht selbst ein einfacher Feldweg aus, als hätte jemand ihn extra dekoriert.
Gut passen:
- Strickpullover
- Weste
- Mantel
- Jeans oder Cordhose
- Bluse
- Boots
Rost, Senf, Bordeaux, Braun, Dunkelgrün und warmes Beige harmonieren besonders schön mit der herbstlichen Umgebung.
Winter
Für ein Wintershooting eignen sich:
- ein gut sitzender Mantel
- ein Strickpullover
- warme Stiefel
- eine dunkle Jeans
- ein Schal
- ein Kleid mit Mantel oder Strickjacke
Schöne Farben sind Bordeaux, Dunkelgrün, Marineblau, Grau, Creme oder dunkles Lila.
Zieh dich warm genug an, aber stapel nicht wahllos fünf dicke Schichten übereinander. Sonst erscheint auf den Bildern plötzlich deine persönliche Michelin-Version.
Welche Schuhe sind geeignet?
Schuhe sollten beim Pferdeshooting gut aussehen, aber vor allem sicher und bequem sein.
Du stehst schließlich nicht auf einem glatten Studioboden, sondern vielleicht auf einer Wiese, im Wald oder auf einem Feldweg.
Gut geeignet sind:
- Reitstiefel
- Westernboots
- schlichte Stiefeletten
- feste Boots
- flache Schuhe mit gutem Halt
Weniger geeignet sind sehr hohe Absätze, glatte Sohlen oder neue Schuhe, die noch drücken.
Auch zu einem Kleid sehen feste Boots oft richtig gut aus. Auf Zehenspitzen durch die Wiese zu eiern, während dein Pferd entspannt daneben Gras frisst, war schließlich nicht der Plan.
Muster, Logos und Aufdrucke
Bei Mustern gilt: Je ruhiger, desto besser.
Sehr kleine Muster können auf Fotos unruhig wirken. Große Aufdrucke und Logos ziehen schnell den Blick auf sich.
Besser vermeiden solltest du:
- sehr kleine Karos oder Streifen
- wilde Muster
- große Logos
- auffällige Schriftzüge
- Neonfarben
- sehr glänzende Stoffe
Ein dezentes Blumenmuster, ein ruhiges Karohemd oder eine schöne Stoffstruktur können trotzdem gut funktionieren.
Entscheidend ist, dass das Muster nicht lauter ist als du und dein Pferd.

Schmuck und Accessoires
Auch beim Schmuck ist weniger meistens mehr.
Gut geeignet sind:
- kleine Ohrringe
- eine schlichte Kette
- ein dezentes Armband
- ein schöner Gürtel
- ein Tuch oder Schal
- ein Hut beim Westernshooting
Große Armreifen können klimpern oder dein Pferd irritieren. Sehr lange Ketten verrutschen schnell.
Handtaschen und große Beutel brauchst du auf den Bildern normalerweise nicht. Sie landen ohnehin am Feldrand und warten dort geduldig auf ihren großen Auftritt, der niemals kommt.
Das Outfit deines Pferdes
Auch das Zubehör deines Pferdes gehört zum Gesamtbild.
Je nach Shooting können das sein:
- ein sauberes Halfter
- ein schlichtes Lederhalfter
- eine gepflegte Trense
- eine passende Schabracke
- saubere Gamaschen oder Bandagen
- abgestimmtes Westernzubehör
Die Farben sollten zu deinem Outfit passen.
Eine türkise Schabracke, rote Gamaschen und ein bordeauxfarbenes Oberteil können einzeln schön sein. Zusammen starten sie allerdings schnell eine kleine Farbrebellion.
Für ruhige Porträts wirkt ein schlichtes Lederhalfter oder eine feine Trense oft besonders edel.
Das Zubehör muss nicht nagelneu sein. Es sollte aber sauber, gepflegt und sicher angepasst sein.
Ein Outfit oder lieber mehrere?
Ein gut gewähltes Outfit reicht grundsätzlich aus.
Mit zwei Looks bekommen wir jedoch mehr Abwechslung in deine Bilder. Zum Beispiel:
- ein natürlicher Look mit Jeans und Bluse
- ein eleganter Look mit Kleid
- ein Reitoutfit für Bewegungsbilder
Du musst dafür nicht den halben Kleiderschrank mitbringen.
Oft reicht schon eine kleine Veränderung: eine Weste überziehen, die Jacke ausziehen, den Hut ergänzen oder das Oberteil wechseln.
Meine Empfehlung:
Ein Hauptoutfit, ein Wechseloutfit und eventuell eine Jacke oder Weste.
Mehr braucht es meistens nicht. Spätestens beim vierten Outfit fragt sich dein Pferd vermutlich, warum es immer noch denselben Mantel trägt.
Probiere alles vorher an
Zieh dein Outfit vor dem Shooting einmal vollständig an – inklusive Schuhen, Jacke, Schmuck und Accessoires.
Achte dabei auf folgende Punkte:
- Kannst du dich gut bewegen?
- Rutscht oder spannt etwas?
- Scheint der Stoff durch?
- Sieht man Träger oder Unterwäsche?
- Sind die Schuhe eingelaufen?
- Passt alles farblich zusammen?
- Fühlst du dich wirklich wohl?
Mach am besten ein Handyfoto vom kompletten Outfit.
Auf einem Foto fallen kleine Dinge häufig schneller auf als vor dem Spiegel. Vielleicht ist die Bluse doch etwas durchsichtiger als gedacht. Vielleicht wirkt die Jacke zu groß. Oder der Gürtel schreit plötzlich lauter als der Rest des Outfits.
Lieber vorher entdecken als später ärgern.
Du bist unsicher? Dann schauen wir gemeinsam
Du musst deine Outfits nicht allein auswählen.
Vor dem Shooting kannst du mir Fotos deiner Ideen schicken. Gemeinsam schauen wir, welche Kleidung zur Fellfarbe deines Pferdes, zur Location, zur Jahreszeit und zum gewünschten Stil passt.
Auch meine Shootingkleider können je nach Shooting genutzt werden.
Damit stehst du nicht allein vor deinem Kleiderschrank und hoffst auf ein Zeichen von oben. Meistens kommt da nämlich keins. Nur noch ein Pullover, den du seit fünf Jahren nicht getragen hast.
Deine kurze Outfit-Checkliste
Dein Outfit passt, wenn:
- du dich darin wohlfühlst
- du dich gut bewegen kannst
- die Farben zu deinem Pferd und zur Location passen
- Muster und Logos nicht ablenken
- deine Schuhe sicher und bequem sind
- das Zubehör deines Pferdes dazu passt
- Haare, Hände und Nägel gepflegt sind
- du dich auf den Bildern wiedererkennst
Du musst nicht perfekt gestylt sein.
Du sollst dich wohlfühlen, dich frei bewegen können und auf dem Bild genauso wichtig sein wie dein Pferd.
Noch mehr Tipps für dein Pferdeshooting
In den nächsten Beiträgen erfährst du noch genauer:
- Welche Farbe passt zu welcher Fellfarbe?
- Was eignet sich für Frühling, Sommer, Herbst und Winter?
- Passt ein natürlicher, sportlicher oder eleganter Look zu dir?
- Was ziehst du bei einem Western-Pferdeshooting an?
- Welche typischen Outfitfehler solltest du vermeiden?
So findest du Schritt für Schritt den Look, der wirklich zu dir und deinem Pferd passt.
Du möchtest für dein Pferdeshooting ein besonderes Kleid tragen? Hier zeige ich dir meine Shootingkleider, die du bei deinem Termin nutzen kannst.