20 Jahre Tierfotografie
Ein Wurf Welpen, eine Kamera – und 20 Jahre die ich nie geplant hatte
Es war ein ganz normaler Tag.
Kein besonderer Anlass. Keine große Entscheidung. Mein damaliger Freund kam nach Hause – mit einer Kamera in der Hand. Analog, mit echtem Film. Und wir hatten gerade einen Wurf Hundewelpen im Haus.
Ich nahm die Kamera. Eher so: na mal schauen. Drückte auf den Auslöser. Und irgendetwas – ich kann es bis heute nicht besser beschreiben – irgendetwas klickte. Nicht nur die Kamera. Sondern in mir.
Ich fotografierte diese Welpen als gäbe es kein Morgen.
Was dann folgte, waren 20 Jahre die ich nie geplant hatte. Turniere, Privatshootings, Pferde, Hunde, Menschen die weinen wenn sie ihre Bilder sehen. Ein Dobermann namens Baron. Ein Appaloosa-Wallach namens Lucky. Und eine Erkenntnis die mich bis heute antreibt – und die ich ehrlich gesagt am liebsten nie hätte machen müssen.
Aber der Reihe nach.
Davor: Ein Job der sich nie richtig angefühlt hat
Bevor die Kamera kam, war da ein Büro.
Akten, Zahlen, Alltag. Ich arbeitete für einen Ingenieur – ordentlich, verlässlich, irgendwie funktionierte ich. Du kennst vielleicht diesen Zustand: Nichts ist wirklich falsch. Aber nichts fühlt sich auch richtig an. Ich war okay. Aber ich war nicht lebendig.
Ich wusste dass irgendetwas fehlte. Ich wusste nur nicht was.
Das ist keine dramatische Geschichte von einem Leben das komplett falsch war. Kein großes Elend, keine Krise. Einfach dieses leise, hartnäckige Gefühl das sich manchmal abends meldet wenn man so auf den Tag zurückschaut und denkt: War das jetzt alles?
Ich glaube viele Frauen kennen das. Diesen Zustand zwischen dem Abend wo man auf den Tag zurückschaut und denkt: War das jetzt alles? – und dem Morgen wo man es kaum erwarten kann anzufangen. Bei mir hat es einen Wurf Welpen gebraucht um das aufzulösen. Und eine Kamera mit echtem Film.
Ein Wurf Welpen und eine analoge Kamera
Ich weiß noch genau wie ich die Kamera in die Hand nahm. So ein bisschen zögerlich. So ein „na mal schauen was das wird“. Die Welpen lagen rum, quiekelten, purzelten übereinander – und ich fing einfach an zu fotografieren. Kein Plan, keine Ahnung von Blende oder Belichtungszeit. Einfach draufhalten und drücken.
Und dann hielt ich das erste Bild in der Hand. Nicht perfekt. Verwackelt wahrscheinlich. Aber lebendig. Warm. Echt.
Einen Moment der gerade passierte – festgehalten. Für immer.
Genau das hat mich getroffen. Nicht die Technik, nicht das Handwerk. Sondern diese simple, fast schon banale Wahrheit: Ein Foto lässt dich einen Moment immer wieder neu erleben. Heute, morgen, in zwanzig Jahren. Der Welpe der gerade schläft. Die Pfote die zuckt. Das Licht das durch das Fenster fällt.
Ich konnte mir diesen Moment jeden Tag wieder anschauen. Als wäre die Zeit kurz stehengeblieben – nur für mich.
Das war es. Das ist es immer noch. Nicht weil Fotografie glamourös ist oder weil ich unbedingt Fotografin werden wollte. Sondern weil sie das einzige ist das ich kenne, das Vergänglichkeit einfach aufhält. Einfach so. Mit einem Klick.
Warum Fotografie – und nicht irgendwas anderes
Das fragen mich Menschen manchmal. Warum ausgerechnet Fotografie? Und ich muss dann immer kurz überlegen. Nicht weil ich keine Antwort hätte. Sondern weil die Antwort so simpel ist dass sie fast zu simpel klingt.
Ich vergesse Dinge. Nicht weil mein Gedächtnis schlecht wäre. Sondern weil das Leben weiterläuft. Weil Momente kommen und gehen. Weil selbst die schönsten, intensivsten, wichtigsten Augenblicke irgendwann verblassen – egal wie sehr man sie festhalten will. Das ist keine Schwäche. Das ist einfach menschlich.
Fotografie ist für mich die Antwort darauf. Wenn ich auf den Auslöser drücke, passiert etwas Kleines und gleichzeitig Riesiges: Dieser eine Moment gehört jetzt mir. Für immer. Ich kann ihn mir morgen früh beim Tee anschauen. In zehn Jahren. In zwanzig. Und er fühlt sich genauso an wie damals – lebendig, warm, echt.
Das ist kein Beruf für mich. Das ist eine Haltung.
Ich fotografiere keine Tiere, weil Tiere schöne Motive sind. Ich fotografiere sie, weil ich weiß wie kostbar die Zeit mit ihnen ist. Wie schnell sie geht. Wie still es wird wenn sie nicht mehr da sind.
Und ich fotografiere Menschen mit ihren Tieren weil ich glaube dass genau diese Verbindung – diese stille, bedingungslose, manchmal chaotische Liebe zwischen Mensch und Tier – es verdient gesehen zu werden. Festgehalten zu werden. An eine Wand zu kommen und jeden Tag da zu sein.
Das ist mein Warum. Es hat sich in 20 Jahren kein bisschen verändert.
2006: Das Turnier das keinen Fotografen hatte
Zwei Jahre nach den Welpen stand ich zum ersten Mal mit der Kamera auf einem richtigen Turnierplatz. Wie das passierte? Na ja – in meinem Stall stand ein großes Turnier an, kein Fotograf war aufzutreiben, und alle schauten mich an. Ich erinnere mich noch genau: mein Herz klopfte bis zum Hals, Hände ein bisschen zittrig – ok sie haben sehr gezittert, im Kopf dieses Rattern – mache ich alles richtig, klappt die Technik, verpasse ich einen Reiter?
Aber ich sagte: Na gut. Dann mache ich das eben.
Kein großer Plan. Kein Business-Konzept. Einfach: Es muss jemand da sein, und ich bin da.
Und es ging gut. Alles.
Noch bevor der letzte Reiter vom Platz war, kamen die ersten Anfragen. Kannst du uns auch mal privat fotografieren? Kannst du zu uns auf den Hof kommen? Kannst du mein Pferd fotografieren – und mich dazu?
So fing es an. Nicht mit einem Traum auf der großen Bühne. Sondern mit einer Kamera in der Hand, einem Turnier das einen Fotografen brauchte – und einer Frau die einfach sagte: Ich mach das.
Von 2006 bis 2014 fotografierte ich Turniere. Wind, Regen, Schnee, 30 Grad Sonnenbrand heute, Minusgrade morgen. Ich habe es geliebt. Und irgendwann gemerkt, dass mein Körper und mein Kopf nicht 300 Reiter an einem Tag wollten, sondern zwei Stunden mit einer Person, einem Pferd, einem Hund und dem richtigen Licht.
Heute mache ich nur noch Privatshootings. Und ich mache es im Nebengewerbe – was die meisten meiner Kunden nicht wissen. Wenn sie es rausfinden und sagen: Warte mal, das ist nur dein Nebenjob? Dann ist das für mich das größte Kompliment das es gibt.
20 Jahre Tiere lesen lernen
Es gibt Fotografen die Pferde schön finden. Und es gibt Fotografen die Pferde kennen. Das ist ein Unterschied der sich auf jedem Bild zeigt. Nicht in der Schärfe, nicht in der Belichtung – sondern in dem was das Pferd gerade macht. Ob die Ohren vorne sind oder hinten. Ob der Blick weich ist oder angespannt. Ob dieser eine Moment Verbindung zeigt oder einfach nur zwei Wesen die zufällig nebeneinander stehen.
Ich kenne Pferde nicht nur durch die Kamera. Ich hatte selbst ein Pferd. Ich stand selbst im Stall, habe geputzt, geritten, gewartet bis das Tier Vertrauen fasst. Ich kenne den Stallgeruch der noch in der Jacke hängt wenn man nach Hause kommt. Ich kenne diese spezielle Stille die entsteht wenn ein Pferd seinen Kopf an deine Schulter legt und einfach da ist.
Dasselbe gilt für Hunde. Ich hatte selbst Hunde. Ich weiß wie sie ticken, was sie nervös macht, wann sie gleich ausrasten und wann gleich dieser eine perfekte Moment kommt der sich nicht erzwingen lässt – der einfach passiert.
Genau deshalb braucht bei mir kein Hund zu gehorchen. Kein Pferd muss stillstehen. Ich warte nicht darauf dass das Tier funktioniert. Ich warte auf den Moment wo es einfach es selbst ist. Den erkenne ich. Nach 20 Jahren erkenne ich ihn bevor er passiert. Und dann drücke ich ab.
Baron
Ich hatte einen Hund. Baron von Thüringen.
Ein Dobermann. 45 Kilo, stattlich, wunderschön – und so ein Clown. Dieser Hund war Deutscher Meister von Thüringen im Hundesport. Er war für die Deutschen Meisterschaften gemeldet. Wir waren ein Team, er und ich, hart erarbeitet, stolz darauf.
Und dann, bevor wir auch nur starten konnten – war er weg. Magendrehung. Plötzlich. Mit sieben Jahren.
Ich blieb zurück mit einem einzigen Foto von ihm. Einem einzigen. Und es war noch nicht einmal schön.

Ich – die Fotografin – hatte kein würdiges Bild von meinem eigenen Hund.
Es ist jetzt mehr als 25 Jahre her. Und ich kann mich kaum noch an konkrete Momente mit ihm erinnern. Das ist das Schlimmste daran. Die Erinnerungen verblassen. Aber eine Szene – die habe ich noch. Glasklar.
Wir waren im Winter spazieren, irgendwo im Wald. Schnee lag, es war kalt, der Atem stand in der Luft. Vor uns plötzlich eine ganze Herde Rehe. Sie hörten uns, schreckten auf, rannten davon.
Und Baron? Baron hinterher.
Trotz seiner Ausbildung, trotz allem – einfach weg. Meinem damaligen Freund und mir blieb das Herz stehen. Wir riefen, wir riefen, wir riefen. Nichts. Nur Wald, nur Schnee, nur Stille.
Gefühlte dreißig Minuten später kam er zurück. Außer Puste, die Zunge hing raus, aber er war da. Ich erinnere mich noch wie ich ihn einfach festgehalten habe.
Diesen Moment habe ich kein Foto von. Den trage ich nur noch in mir. Und er wird irgendwann verblassen – so wie die anderen schon verblasst sind.
Lucky
Und dann war da Lucky.
Ein Appaloosa-Wallach. 1,60 Meter, bunt und stattlich und voller Unfug. Lucky liebte drei Dinge im Leben: seine Stuten, seine Herde – und Chaos anrichten. Er war bis fast zum Ende seines Lebens der Boss auf der Koppel. Die Mädels gehörten ihm, und das wusste er ganz genau.
Aber sein absolutes Markenzeichen – das werde ich nie vergessen – war sein Abschied.
Jedes Mal wenn ich ihn geritten hatte, jedes Mal wenn ich ihn geputzt hatte und wieder auf die Koppel brachte, passierte dasselbe. Er blieb kurz stehen. Schaute zu seinen Stuten rüber. Und dann – ein langes, stolzes Wiehern. Kopf hoch, Schweif erhoben, in vollem Galopp davon. Als wollte er sagen: Ich bin wieder da, Mädels. Der Chef ist zurück.
Jedes Mal musste ich lachen.
Lucky ging mit 23 Jahren. Ein langes, gutes Pferdeleben. Und trotzdem.
Von ihm habe ich kaum Bilder. Ich hatte es immer wieder aufgeschoben. Irgendwann, wenn mehr Zeit ist, wenn der Moment passt, wenn ich mal einen ganzen Tag am Stall bin. Der Moment kam nie. Und dann war Lucky weg.
Ich – die Fotografin – hatte von meinen eigenen Tieren keine würdigen Bilder.

Nicht von Baron. Nicht von Lucky.
Das sitzt bis heute.
Die Fotografin die keine Bilder hatte
Ich erzähle das nicht gern.
Nicht weil es zu persönlich wäre. Sondern weil es so absurd klingt. Eine Fotografin mit 20 Jahren Erfahrung. Eine Frau die anderen Menschen erklärt wie wichtig es ist, diese Momente festzuhalten. Die selbst weiß wie schnell die Zeit geht.
Und von ihren eigenen Tieren – nichts. Ein unscharfes Foto von Baron. Kaum etwas von Lucky.
Das Paradox hat mich lange beschäftigt. Warum? Warum macht man das? Warum schiebt man genau das auf, was einem am meisten bedeutet?
Ich glaube ich kenne die Antwort.
Weil es sich so selbstverständlich anfühlt. Baron war jeden Tag da. Lucky war jeden Tag da. Die Zeit mit ihnen fühlte sich nicht endlich an – sie fühlte sich einfach an wie Leben. Und Leben fotografiert man nicht. Das lebt man.
Bis es plötzlich vorbei ist.
Und dann stehst du da. Mit Erinnerungen die langsam verblassen. Mit Momenten die du nur noch in Worten beschreiben kannst aber nicht mehr sehen kannst. Baron im Schnee. Lucky im Galopp davon. Weg.
Genau das ist mein Antrieb. Nicht der Ehrgeiz, nicht das Handwerk, nicht das schöne Licht am Nachmittag.
Sondern dieses Wissen: Ich weiß wie es sich anfühlt wenn der Moment vorbei ist und du nichts in den Händen hast. Ich weiß es nicht aus Büchern. Ich weiß es weil ich selbst damit dastehe.
Und ich will dass dir das nicht passiert.
Was ich heute tue – und wie ich es tue
Ich führe dich durch alles. Das ist kein Werbeversprechen. Das ist buchstäblich was ich mache. Ich sage dir wo wir uns treffen, was du anziehen kannst – ich bringe Kleider mit aus meinem Fundus – und wie du dich hinstellen sollst. Du musst gar nichts vorbereiten.
Dein Hund muss nicht gehorchen. Dein Pferd muss nicht stillstehen. Du musst nicht fotogen sein, nicht wissen wo du hinschauen sollst, nicht perfekt aussehen.
Ich sage das nicht um dich zu beruhigen. Ich sage es weil ich Hunde und Pferde kenne. Weil ich weiß dass die schönsten Momente nie die sind wo alles funktioniert – sondern die wo jemand einfach er selbst ist. Der Hund der plötzlich losrennt. Das Pferd das seinen Kopf an deine Schulter legt. Der Blick den ihr euch gebt ohne dass irgendjemand etwas dafür getan hat. Den fange ich ein. Bevor er weg ist.
Ich fotografiere seit 20 Jahren Pferde und Hunde in Mitteldeutschland – Privatshootings für Menschen die wissen, dass diese Zeit kostbar ist. Englisch- und Westernreiter, Familien, Kinder, Hunde jeder Größe und jedes Temperaments. Am Ende hältst du etwas in den Händen das bleibt. Ein Bild das an deiner Wand hängt. Kein USB-Stick der irgendwo in der Schublade verstaubt.
Für wen ich das mache
Für dich. Wenn du gerade nickst. Wenn du auf deinem Handy tausende Fotos hast, aber keines davon hängst du an die Wand. Wenn du abends auf der Couch sitzt, dein Tier neben dir, und denkst: Das müssten wir eigentlich mal machen. Irgendwann.
Ich kenne dieses Irgendwann. Ich habe es selbst gedacht. Bei Baron. Bei Lucky. Irgendwann kam nie.
Du brauchst nur den Termin. Ich bringe 20 Jahre Erfahrung mit.
Für alle die noch da sind. Für Baron. Für Lucky. Und für den Tag an dem du froh bist dass du nicht gewartet hast.
Du weißt jetzt warum ich tue was ich tue.
Wenn du das Gefühl hast dass deine Geschichte – die mit deinem Pferd, die mit deinem Hund – es verdient festgehalten zu werden, dann bin ich die Richtige dafür.
Schau dir an was ich anbiete. Und meld dich einfach.